Rye Lane

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Detlef P.
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Rye Lane

Beitrag von Detlef P. »

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UK, 2023
Regie: Raine Allen-Miller
Darsteller: David Jonsson, Vivian Oparah, Simon Manyonda, Poppy Allen-Quarmby, Karene Peter, Benjamin Sarpong-Broni, Simon Manyonda, Alice Hewkin

"Dom lebt mit Mitte Zwanzig noch immer zu Hause bei seiner Mutter in London. Er hat gerade erfahren, dass ihn seine Freundin Gia, mit der er sechs Jahre zusammen war, mit seinem besten Freund Eric betrogen hat. Bei der Ausstellung eines gemeinsamen Bekannten in einer Kunstgalerie lernt er Yas kennen, die sich als Modedesignerin und Kostümbildnerin in Filmen versucht. Sie spricht ihn auf der Damentoilette an, in die er sich aus Versehen zum Nachweinen an seine Exfreundin zurückgezogen hat. Auch sie hat vor kurzem eine schlimme Trennung hinter sich gebracht.

Gemeinsam durchstreifen sie einen Tag lang Peckham im Süden der Stadt und das benachbarte Brixton. Dom ist an diesem Tag noch mit seiner Exfreundin zum Essen verabredet. Obwohl die toughe Yas nicht genau weiß, ob sie diese Rolle gut spielen kann, gibt sie bei dem Essen vor, Doms neue Freundin zu sein. Im Gegenzug hilft ihr Dom dabei, ihre Lieblingsplatte, The Low End Theory von A Tribe Called Quest, aus der Wohnung ihres Exfreundes zu schaffen." (www.wikipedia.de)

Was für ein toller, kurzweiliger und innovativ-origineller Film.
Nachdem er seine Premiere in Sundance hatte, holte sich Hulu dieses kleine Juwel in sein Angebot, sodass er in Deutschland auf Disney+ erschienen ist.
Und ich kann wirklich nur jedem raten, ihn mal auszuprobieren.

Die ersten paar Minuten sind ein bisschen merkwürdig und ich dachte erst, dass das mal wieder so ein "Gewollt aber nicht Gekonnt"-Ding werden würde.
Davon aber nicht abschrecken lassen, denn danach entfaltet der Film seine volle Wirkung.
Durch und durch skurrile, dabei aber grundsympathische Charaktere, die allerlei schräge Abenteuer erleben und witzig-interessante Dialoge über ihre vergangenen Beziehungen und deren Einschnitte in ihre jeweilige Leben führen.
Dabei werden die Figuren aber - trotz ihrer "Macken" - nie der Lächerlichkeit preisgegeben, sondern man spürt selbst in den humorvollen Momenten eine komplexe Tiefe, die sie eigentlich nur noch liebenswerter machen.
Einfach, weil hier Menschen gezeigt werden. Mit allen positiven und negativen Eigenschaften. Mit allen Ecken und Kanten.
Hinzu kommt noch eine schnelle, bunte und etwas flippige, dabei aber immer in den Charakteren geerdete Inszenierung, die das ganze Bild wunderbar abrundet.

Und was mich noch besonders verblüfft hat, war die Tatsache, dass der Film tatsächlich nur 80 Minuten lang ist.
Heutzutage so selten wie ein Einhorn.
Das heißt, dass man ihn auch einfach mal so zwischendurch gucken kann, ohne sich einen ganzen Abend dafür freizuhalten.
Er ist aber nicht eine Sekunde zu kurz oder zu lang, sondern hat genau die richtige Lauflänge und vor allem das richtige Tempo, um durchgängig gut und klug zu unterhalten.
Daher nochmal: Unbedingt ausprobieren!


"Willst Du etwas wissen, so frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten." (chin. Sprichwort)

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Wenn "2010" die Fortsetzung zu "2001" sein soll, dann ist "Sieben" das Prequel zu "8½". (Ich)

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