Cop Secret

Leynilögga

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Detlef P.
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Cop Secret

Beitrag von Detlef P. »

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IS, 2021
Regie: Hannes Þór Halldórsson
Darsteller: Auðunn Blöndal, Egill Einarsson, Sverrir Þór Sverrisson, Steinunn Ólína Þorsteinsdóttir, Björn Hlynur Haraldsson, Vivian Ólafsdóttir, Rúrik Gíslason

"Wenn man die zwei Polizisten Bússi und Hörður aus Islands Hauptstadt Reykjavik zu ihrem Beruf befragen würde, würden sie sich als cool, stark und schnell beschreiben – eben "echte Männer" und Super-Cops. Ihr neuster Fall führt sie auf die Spur von mehreren Raubüberfallen, die zusammenzuhängen scheinen.

Bei ihren Ermittlungen erkennen die zwei Cops ihre Gefühle für einander, können diese erwachende Leidenschaft allerdings schwer mit ihrem bisherigen Macho-Bild vereinbaren. Zwischen toxischer Männlichkeit und Frauenfußball müssen sie ihre (eher ans Actionkino der 80er Jahre) erinnernden Werte überdenken, um nicht länger "Cop Secret" zu sein." (www.moviepilot.de)

Hihihi, ja Ihr habt richtig gelesen.
Dieser Film ist quasi: "Lethal Weapon" trifft "Brokeback Mountain" :mrgreen:

Zugegebenermaßen waren die ersten 15 Minuten, meiner Meinung nach, recht lahmarschig (obwohl oder gerade weil es da ganz viel sinnlose Action gab), aber danach wird der Film dann zu einer recht interessanten und sehr unterhaltsamen Abhandlung über toxische Männlichkeit und Dekonstruktion der sogenannten "Männerfilme" und der dort vorherrschenden, klischeehaften Charakter-Stereotypen, was ich unglaublich erfrischend und witzig fand.

Zudem ist der Film auch noch echt geil und rasant inszeniert, auch wenn die eigentliche Story niemanden hinter dem Ofen hervorlocken würde.
Aber das ist hier ja auch gar nicht der zentrale Punkt, weswegen das auch vollkommen zu verschmerzen ist, dass es sich um einen relativ generischen Plot handelt.

Dieses ungewöhnliche Werk wurde dann auch für insgesamt acht Eddas (isländische Filmpreise) nominiert. Unter anderem auch für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch.

Witzigerweise ist der Co-Autor und Regisseur tatsächlich der Torhüter der isländischen Fußball-Nationalmannschaft, der durch diese Geschichte spielerisch ein Bewusstsein für das Tabuthema Homosexualität im Fußball und bei der Polizei - also in Berufen, wo Männer halt einem entsprechenden, "männlichen" Ideal entsprechen müssen - schaffen wollte.
Somit kann man den Film auch noch als leicht hintersinnig bezeichnen, weil er unser gesellschaftlich eingebranntes Bild von Männlichkeit auf radikale Weise hinterfragt.
Und das tut er auch noch so unterhaltsam, dass einem dieser Hintersinn beinahe schon entgehen könnte, wenn man nicht aufpasst.


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