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Caché

Verfasst: Di 28. Feb 2006, 13:46
von Murillo
Bild
F/A/D/I 2005, R: Michael Haneke
D: Juliette Binoche, Daniel Auteuil

Es ist dieses Unbehagen, das wie Regennässe durch Mantelstoff dringt und sich in die Seele schleicht. Hat es sich dann in uns festgesetzt, sehen wir in allen Menschen potenzielle Mörder, in jedem Zufall einen finsteren Plan. Kein Europäer inszeniert dieses Gefühl eindringlicher als der in Frankreich lebende Österreicher Michael Haneke.
In seinem neuen, zwischen Thriller und Psychodrama oszillierenden Film, werden dem Pariser TV-Moderator Georges anonym Videocassetten zugeschickt - eingewickelt in Papier mit primitiven Zeichnungen von aus dem Mund blutenden Menschen. Auf den Cassetten sind nur stundenlange
Aufnahmen des Hauses, in dem Georges mit seiner Familie lebt. Doch wer beobachtet ihn? Und warum? Während Georges und seine Frau Anne dies herausfinden wollen, wächst das Misstrauen zwischen ihnen. Und als eines Tages ihr Sohn nicht von der Schule nach Hause kommt, geraten die Eltern in Panik. (http://www.cinema.de)
[hr]

Ein sehr enttäuschender Kinobesuch meinerseits.
Dieser Film versucht mit ewig langen und dabei weniger beeindruckenden als einfach nur langweiligen Kameraeinstellungen eine Atmosphäre zu schaffen, die auf den Betrachter anscheinend bedrohlich, spannend oder ähnlich wirken soll. Bedauerlicherweise misslingt dies komplett, so dass sich dieser Film endlos und inhaltsarm in die Länge zieht.
Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass die Eheprobleme der beiden Hauptdarsteller, sowie die pubertären Exzesse des Sohnes eine größere Rolle gespielt haben, als die nebenbei laufende, für den Zusachauer leicht zu vergessene Bedrohung durch einen unbekannten Irren (in dieser Hinsicht erinnert der Film in gewisser Weise an "Antikörper" :twisted:)
Das interessanteste an diesem Film war eine sehr überraschende und schockierende Szene, die vom Überrqaschungseffekt lebt und die ich hier nicht vorwegnehmen will.
Ansonsten wirkt dieser Film auf mich einfach nur pseudo-intellektuell und es ist mir ein Rätsel wie er solch eine Menge an Preisen erhalten konnte.

Verfasst: Di 28. Feb 2006, 14:32
von Voland
Ansonsten wirkt dieser Film auf mich einfach nur pseudo-intellektuell und es ist mir ein Rätsel wie er solch eine Menge an Preisen erhalten konnte.

Er ist von Haneke. (Punkt)

Verfasst: Mi 1. Mär 2006, 14:50
von Detlef P.
Ein Film, bei dem wir beide uns zur Abwechslung mal wieder total unterscheiden.
Ich fand diesen Film wirklich gelungen!
Schon allein Schauspieler und Kamera waren einwandfrei (in dieser Hinsicht würde mir wahrscheinlich sogar Damien recht geben :cool: ), die langen Kameraeinstellungen waren teilweise vielleicht ein bisschen übertrieben haben jedoch ihre intensive Wirkung nicht verfehlt und die Story war zumindest so interessant gestrickt, dass ich die ganze Zeit am Ball geblieben bin.
Zudem fand ich die Nüchternheit des Films sehr gut, was vielleicht mit an der Tatsache liegt, dass es absolut keine(!) Filmmusik gab.

Der Bezug auf die Familie wurde deshalb so intensiv gezeigt, weil es natürlich nicht spurlos an der Familie vorbei geht, wenn der Vater "bedroht" wird, zumal dieser einen Verdacht hat und ihn seiner Frau nicht mitteilen will.
Sowas passiert einfach, wenn die Familie bedroht wird.

@Voland:

Bitte, bitte, schau dir den Film an und schreib was du darüber denkst.
Es interessiert mich BRENNEND!!!

Verfasst: Mi 1. Mär 2006, 15:50
von Voland
Hm, dafür interessiert er mich zu wenig. Da habe ich wichtigere Sachen noch zuhause rumliegen ;-)

Verfasst: Mo 31. Jul 2006, 07:55
von Damien3
Ich habe mich sehr sehr durch diesen Quatsch gequält....
Leider hat meine Frau nicht ausgehalten und ging mittendrin ins Bett!
Wahrscheinlich hätte ich es auch machen sollen....
Die minimalistische Arbeit eines Haneke ist am Anfang seiner Karriere mal was neues und aufregendes, nur nudelt das sehr schnell ab.
Auch in Funny Games gibt es ja diese unglaublich langen Einstellungen, doch reißt es einen wesentlich mehr mit.
Furchtbar langweiliger Kunstmist...