Damiens Collateral
Verfasst: Sa 22. Jan 2005, 18:15
TOM CRUISE VS JAMIE FOXX
Film lebt von Leuten die mit Leib und Seele eine Vision verfolgen die ein Autor in seinem dunklen Kämmerlein in seinem Kopf hat entstehen lassen.
Ich denke in diesem Film hat der Autor vor allem eines im Sinn.
NICHT die tägliche Gewalt oder die Gewalt verniedlichung z.B. in den Medien. NICHT einen normalen hundertmal gesehen Killer trifft wehrloses Opfer-Klischeefilmchen.
Also fünf Minuten nach Ende dieses Filmes bin ich eher der Meinung das der Autor auf eines Aufmerksam machen will: Egal wie gut du bist, egal wie sehr du auch versuchst gutes zu tun...irgendwann kommst du an einen Punkt an dem dich die Umstände einer Situation dazu bringen dich und deine Sache an die du glaubst zu vergessen.
Leider gibt es für jeden Menschen im Leben diese Situationen.
Wer hat noch nie einen Menschen benachteiligt oder in irgendeiner weise verraten oder gedemütigt damit man selber einen Nutzen daraus zieht?
Ich denke der "Ürberlebensinstinkt" ist soweit in unseren Genen verankert , das sich niemand freisprechen kann schon mal etwas unschönes getan zu haben um einen eigenen Vorteil zu erlangen.
Denkt doch nur mal an Sportwettbewerbe in der Schule oder das schlechte Reden über Kokurrenten während die erste große Liebe zuhört..
Max ist so Typ. Er ist wirklich gut. Max ist Taxifahrer in LA.
Er ist schwarz, und fährt seit 12 Jahren. Eigentlich macht er das ja nur vorübergehend weil er sich selbstständig machen will...
Er muss halt die Miete bezahlen und spart für die erste Limousine mit der er den "Island Limousinen" Service eröffnen kann.
Wir lernen ihn direkt mit dem ersten Kunden kennen.
Es ist Jada Pinkett Smith die in sein Taxi einsteigt.
Eine wunderschöne charmante fast hoffnungslos altmodische Szene nimmt seinen Anfang.
Es ist zu Anfang eigentlich dieses typische Taxigespräch welches beginnt mit einem Versuch die peinliche Stille zu unterbrechen und dann unvermittelt aufhört wenn man nichts mehr zu sagen weiß.
Doch hier ist es anders. Man verfolgt tatsächlich während des Gesprächs Ansätze eines romantischen ersten Dates!
Das Spiel der beiden Akteure tut sein übriges... ich empfinde es als absolut seltenen Glücksfall das sich zwei Zahnrädchen einfach ineinander fügen und die Maschinerie läuft fast von allein. Ich weiß nicht wie, aber man sieht förmlich die funken zwischen den beiden sprühen.
Diese Szene ist absolut real und ehrlich, ohne irgendwelche Sperenzchen.
Genau wie der ganze Film.
Erzählt wird eigentlich eine nicht sehr neue Story. Gerade für Michael Mann ist diese Story eigentlich schon ziemlich durchgenudelt.
Es werden 2 Charactere aufeinander gehetzt die unterschiedlicher nicht sein könnten die tatsächlich noch voneinander lernen können.
Diese Grundline zieht sich eigentlich durch ALLE Mann-Filme.
Sei es Heat (sagen wir mal : Pacino vs de Niro)
Sei es ALI ( sagen wir mal : Ali vs Joe Lewis)
oder Manhunter (sagen wir mal: Cop vs Killer)
wie wärs mit Insider ( sagen wir mal : Crowe vs Tabakindustrie)
Ist schonkomisch das man so viele unterschiedliche Filme mit einem Thema variiren kann.
Und noch verückter: Er muß erst 5 Filme mit gleichem Grundthema machen um den besten und großartigsten dieser Serie zu machen.
Aber nun erstmal zurück zum Film.
Es wird für mich bestimmt ein Film den ich mindestens einmal im Jahr sehen muß!
Die Geschichte steht eigentlich für sich selbst und bedarf einfach keinerlei Action , Explosion oder Autoverfolgungsjagd um richtig mitzureißen.
Ich find es toll wenn Cruise es schafft seinen Character immer wieder aufbrechen zu lassen und den Killer beiseite lässt und tatsächlich uneigennützig zu handeln.
Also so ein gaaanz böser Character ist er mal wieder nicht. Ich würde eher sagen ein Mann der Ultrakonsequent ist.
Das diese Konsequenz nicht nur seinen Humor oder sein Auftreten bestimmt sondern auch nicht möglich macht eine zwischenmenschliche Beziehung zu führen macht ihn wirklich gefährlich.
Es ist ihm nicht möglich zwischen einem persönlichen Schicksal das er beendet und einem Krieg in Ruanda zu unterscheiden. Er ist wahrscheinlich mit der Zeit rastlos geworden und von jeglichen Bedürfnissen nach Wärme oder sogar Liebe hater sich verabschiedet. DAfür ist er der beste Killer den Mann sich wünschen kann. Völlig abgestumpft und leer. Die Verwandlung vom Frauentyp Tom Cruise zum völlig ergrautem und dicklichem Durchschnittstyp Vincent unterstützt dieses Seelenleben dabei noch visuell sehr genial.
UNd ausgerechnet Max bekommt diesen Typen in sein Taxi.
Max ist ein guter Mann, er ist nett und tatsächlich noch ein Fahrer der seinen Gästen Geld erspart weil er in den zwölf Jahren Taxifahren wirklich jeden Winkel von LA kennt und Abkürzungen wie selbstverständlich nimmt.
Er besucht seine Mutter jeden Abend im Krankenhaus und hat für alle Gäste mit Problemen ein offenes Ohr.
Er tut niemandem Weh und es kommt einem vor das er völlig deplaziert ist in so einer großen Stadt.
Normalerweise ist es ein Wunder das er noch nicht an der Gesellschaft gescheitert ist und vielleicht sogar von einer Brücke gesprungen ist.
Wie schnell werden solche Leute ausgenutzt und wieder ausgespuckt?
Auch die Beziehung von Max und Killer Vincent besteht aus geben und nehmen. Vincent lernt (völlig real und glaubhaft) was es heißt eventuell mal Gefühle zu zeigen und Max lernt tatsächlich wie es ist sich gegen seinen tyrannischen Chef durchzusetzten.
Es gibt in diesem Film mehrere wunderbare Beispiele das die Rollen einfach gewechselt werden. Doch dieser Film ist nunmal GLAUBHAFT und dieses durchbrechen der Normalität ist immer nur von kurzer Zeit.
Jedesmal wird man wieder brutal in die Wirklichkeit zurückgetreten wenn sich wieder jeder so verhält wie es der Rollentypus will.
Wer kann schon über seinen Schatten springen?
Die gesellschaftlichen Zwänge und Moralvorstellungen lassen es einfach nicht zu das ich mich zu 100 % ändern kann. Das soziale Leben wäre doch so gar nicht möglich. Stellt euch vor das der schüchterne Typ aus der Ecke der Disco plötzlich zum King of the Dancefloor werden würde....
Die Realität ist halt so , das zwar jeder seine "15 Minuten" im Leben hat die ihn zur Beühmtheit machen kann, wie schon Andy Warhol passend erkannte. Doch Warhol begrenzte dies Aussage tatsächlich auf 15 Minuten.
Das ist Realität!
Und so ist der Film!
Seht ihn euch an und genießt wunderbares Erzählkino in Reinkultur, ohne Hollywoodfärbung.
Seht euch an wie Leute tatsächlich für Minuten aus ihren Käfigen ausbrechen können und seht was passieren kann wenn man seine Chancen erkennt.....MAX hat sie erkannt...ich versprechs euch...
Damien
Film lebt von Leuten die mit Leib und Seele eine Vision verfolgen die ein Autor in seinem dunklen Kämmerlein in seinem Kopf hat entstehen lassen.
Ich denke in diesem Film hat der Autor vor allem eines im Sinn.
NICHT die tägliche Gewalt oder die Gewalt verniedlichung z.B. in den Medien. NICHT einen normalen hundertmal gesehen Killer trifft wehrloses Opfer-Klischeefilmchen.
Also fünf Minuten nach Ende dieses Filmes bin ich eher der Meinung das der Autor auf eines Aufmerksam machen will: Egal wie gut du bist, egal wie sehr du auch versuchst gutes zu tun...irgendwann kommst du an einen Punkt an dem dich die Umstände einer Situation dazu bringen dich und deine Sache an die du glaubst zu vergessen.
Leider gibt es für jeden Menschen im Leben diese Situationen.
Wer hat noch nie einen Menschen benachteiligt oder in irgendeiner weise verraten oder gedemütigt damit man selber einen Nutzen daraus zieht?
Ich denke der "Ürberlebensinstinkt" ist soweit in unseren Genen verankert , das sich niemand freisprechen kann schon mal etwas unschönes getan zu haben um einen eigenen Vorteil zu erlangen.
Denkt doch nur mal an Sportwettbewerbe in der Schule oder das schlechte Reden über Kokurrenten während die erste große Liebe zuhört..
Max ist so Typ. Er ist wirklich gut. Max ist Taxifahrer in LA.
Er ist schwarz, und fährt seit 12 Jahren. Eigentlich macht er das ja nur vorübergehend weil er sich selbstständig machen will...
Er muss halt die Miete bezahlen und spart für die erste Limousine mit der er den "Island Limousinen" Service eröffnen kann.
Wir lernen ihn direkt mit dem ersten Kunden kennen.
Es ist Jada Pinkett Smith die in sein Taxi einsteigt.
Eine wunderschöne charmante fast hoffnungslos altmodische Szene nimmt seinen Anfang.
Es ist zu Anfang eigentlich dieses typische Taxigespräch welches beginnt mit einem Versuch die peinliche Stille zu unterbrechen und dann unvermittelt aufhört wenn man nichts mehr zu sagen weiß.
Doch hier ist es anders. Man verfolgt tatsächlich während des Gesprächs Ansätze eines romantischen ersten Dates!
Das Spiel der beiden Akteure tut sein übriges... ich empfinde es als absolut seltenen Glücksfall das sich zwei Zahnrädchen einfach ineinander fügen und die Maschinerie läuft fast von allein. Ich weiß nicht wie, aber man sieht förmlich die funken zwischen den beiden sprühen.
Diese Szene ist absolut real und ehrlich, ohne irgendwelche Sperenzchen.
Genau wie der ganze Film.
Erzählt wird eigentlich eine nicht sehr neue Story. Gerade für Michael Mann ist diese Story eigentlich schon ziemlich durchgenudelt.
Es werden 2 Charactere aufeinander gehetzt die unterschiedlicher nicht sein könnten die tatsächlich noch voneinander lernen können.
Diese Grundline zieht sich eigentlich durch ALLE Mann-Filme.
Sei es Heat (sagen wir mal : Pacino vs de Niro)
Sei es ALI ( sagen wir mal : Ali vs Joe Lewis)
oder Manhunter (sagen wir mal: Cop vs Killer)
wie wärs mit Insider ( sagen wir mal : Crowe vs Tabakindustrie)
Ist schonkomisch das man so viele unterschiedliche Filme mit einem Thema variiren kann.
Und noch verückter: Er muß erst 5 Filme mit gleichem Grundthema machen um den besten und großartigsten dieser Serie zu machen.
Aber nun erstmal zurück zum Film.
Es wird für mich bestimmt ein Film den ich mindestens einmal im Jahr sehen muß!
Die Geschichte steht eigentlich für sich selbst und bedarf einfach keinerlei Action , Explosion oder Autoverfolgungsjagd um richtig mitzureißen.
Ich find es toll wenn Cruise es schafft seinen Character immer wieder aufbrechen zu lassen und den Killer beiseite lässt und tatsächlich uneigennützig zu handeln.
Also so ein gaaanz böser Character ist er mal wieder nicht. Ich würde eher sagen ein Mann der Ultrakonsequent ist.
Das diese Konsequenz nicht nur seinen Humor oder sein Auftreten bestimmt sondern auch nicht möglich macht eine zwischenmenschliche Beziehung zu führen macht ihn wirklich gefährlich.
Es ist ihm nicht möglich zwischen einem persönlichen Schicksal das er beendet und einem Krieg in Ruanda zu unterscheiden. Er ist wahrscheinlich mit der Zeit rastlos geworden und von jeglichen Bedürfnissen nach Wärme oder sogar Liebe hater sich verabschiedet. DAfür ist er der beste Killer den Mann sich wünschen kann. Völlig abgestumpft und leer. Die Verwandlung vom Frauentyp Tom Cruise zum völlig ergrautem und dicklichem Durchschnittstyp Vincent unterstützt dieses Seelenleben dabei noch visuell sehr genial.
UNd ausgerechnet Max bekommt diesen Typen in sein Taxi.
Max ist ein guter Mann, er ist nett und tatsächlich noch ein Fahrer der seinen Gästen Geld erspart weil er in den zwölf Jahren Taxifahren wirklich jeden Winkel von LA kennt und Abkürzungen wie selbstverständlich nimmt.
Er besucht seine Mutter jeden Abend im Krankenhaus und hat für alle Gäste mit Problemen ein offenes Ohr.
Er tut niemandem Weh und es kommt einem vor das er völlig deplaziert ist in so einer großen Stadt.
Normalerweise ist es ein Wunder das er noch nicht an der Gesellschaft gescheitert ist und vielleicht sogar von einer Brücke gesprungen ist.
Wie schnell werden solche Leute ausgenutzt und wieder ausgespuckt?
Auch die Beziehung von Max und Killer Vincent besteht aus geben und nehmen. Vincent lernt (völlig real und glaubhaft) was es heißt eventuell mal Gefühle zu zeigen und Max lernt tatsächlich wie es ist sich gegen seinen tyrannischen Chef durchzusetzten.
Es gibt in diesem Film mehrere wunderbare Beispiele das die Rollen einfach gewechselt werden. Doch dieser Film ist nunmal GLAUBHAFT und dieses durchbrechen der Normalität ist immer nur von kurzer Zeit.
Jedesmal wird man wieder brutal in die Wirklichkeit zurückgetreten wenn sich wieder jeder so verhält wie es der Rollentypus will.
Wer kann schon über seinen Schatten springen?
Die gesellschaftlichen Zwänge und Moralvorstellungen lassen es einfach nicht zu das ich mich zu 100 % ändern kann. Das soziale Leben wäre doch so gar nicht möglich. Stellt euch vor das der schüchterne Typ aus der Ecke der Disco plötzlich zum King of the Dancefloor werden würde....
Die Realität ist halt so , das zwar jeder seine "15 Minuten" im Leben hat die ihn zur Beühmtheit machen kann, wie schon Andy Warhol passend erkannte. Doch Warhol begrenzte dies Aussage tatsächlich auf 15 Minuten.
Das ist Realität!
Und so ist der Film!
Seht ihn euch an und genießt wunderbares Erzählkino in Reinkultur, ohne Hollywoodfärbung.
Seht euch an wie Leute tatsächlich für Minuten aus ihren Käfigen ausbrechen können und seht was passieren kann wenn man seine Chancen erkennt.....MAX hat sie erkannt...ich versprechs euch...
Damien
