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Wir sind die Nacht

Verfasst: Do 18. Nov 2010, 01:27
von Detlef P.
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D, 2010
Regie: Dennis Gansel
Darsteller: Karoline Herfurth, Nina Hoss, Jennifer Ulrich, Anna Fischer, Max Riemelt

"Wenn es nur einen Menschen gäbe, der dich glücklich macht: Wie lang würdest du nach ihm suchen, wie viele Jahrhunderte würdest du durchstreifen, um ihn zu finden? Louise (Nina Hoss), die einst am Hofe Friedrich des Großen gelebt hat, ist bereits seit 250 Jahren auf der Suche nach ihrer großen Liebe - und findet sie ausgerechnet in der verwahrlosten Herumtreiberin und Taschendiebin Lena (Karoline Herfurth). "Du gehst an ihrer Welt zugrunde, oder du erschaffst dir deine eigene." Mit diesen Worten versenkt Louise ihre spitzen Zähne im Hals der Angebeteten, die schon bald einen enormen Heißhunger auf rohes Fleisch verspürt und grelles Tageslicht eher unangenehm findet.

Doch Lena ist nicht zum Vampir geboren: Während ihre dekadenten Artgenossinnen keinerlei Skrupel empfinden, wenn sie Nacht für Nacht ihre Mordlust befriedigen, wird die Punkgöre von Gewissensbissen geplagt. Und zu allem Übel hat sie sich auch noch in einen jungen Polizisten (charismatisch: Max Riemelt) verliebt, der den blutsaugenden Radikalfeministinnen dicht auf den Fersen ist.

Dennis Gansel ("Napola", "Die Welle") kam schon vor 14 Jahren auf die Idee, einen Vampirfilm zu drehen. Doch erst der Erfolg von "Twilight" & Co. sorgte dafür, dass sein Wunschprojekt endlich Wirklichkeit wurde. In "Wir sind die Nacht" erzählt er von einer jungen Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die gegen ihren Willen zum Vampir mutiert - und plötzlich in eine Luxuswelt mit rauschenden Partys und schnellen Autos eintaucht. Für Gansel ist dies "eine klassische Aufsteigerstory, die an die Kandidaten von Castingshows erinnert". Dass Louise und ihre Freundinnen (Jennifer Ulrich, Anna Fischer) ihr unsterbliches Vampirdasein als Konsum- und Koksorgie begreifen, macht sie zu untoten Wiedergängern einer hedonistischen Gesellschaft im Jugendwahn." (www.cinema.de)

Endlich mal wieder ein "richtiger" Vampirfilm und nicht so eine "Twilight"-Scheiße.
Dazu auch noch aus Deutschland wo der Vampirfilm ja seine Wurzeln hat ("Nosferatu").
Starke Bilder, klasse Effekte, eine überzeugende und gute Story für einen Vampirfilm. Aber am meisten umgehauen haben mich die beiden Grande Dames Karoline Herfurth und Nina Hoss. Alle anderen Darsteller waren ebenfalls sehr überzeugend, aber bei diesen beiden ist mir einfach der Atem stehengeblieben. Ein schier unglaubliche Wandlungsfähigkeit die alle beide hier in wirklich jeder Szene an den Tag gelegt haben und die kaum zu beschreiben ist.
Ebenfalls sehr gut inszeniert, genau wie sein Vorgängerfilm ist Dennis Gansel definitiv einer der Hoffnungsträger des gegenwärtigen deutschen Films, da es ihm ohne Frage gelingt Kommerz mit Anspruch zu verbinden.

Verfasst: Do 18. Nov 2010, 16:05
von Damien3
Öhooo den hatte ich nu gar nich aufn Plan:-)
Aber ich kann mir Vampirfilme ohne halbnackte durchtrainierte Männer gar nicht mehr vorstellen.:-)))
Sag mal, poppen die hier den endlich mal oder labern die auch nur drüber wie in "Twilight" ??

Verfasst: Fr 19. Nov 2010, 12:18
von Detlef P.
Guck ihn Dir an, dann weißt Du´s.

Verfasst: Fr 12. Aug 2011, 09:35
von Damien3
Wirklich klasse aufgenommen, klasse gespielt und ich war richtig stolz so einen Genre Film aus deutschen Landen zu sehen. Aber leider geht der Story sehr schnell die Luft aus. Es ist gar kein richtiger Faden da...es passiert einfach nur vieles ohne Zusammenhang und Sinn.
Man ist mit der Grundsituation vertraut das die kleine gebissen wurde und von da an ist alles so komisch "nichtssagend". Es pläthscert so vor sich hin...

Verfasst: Fr 12. Aug 2011, 10:56
von Detlef P.
Hm, immerhin!
Ich hatte eigentlich mit einem Totalverriss gerechnet.
Das mit der Geschichte stimmt sogar. Allerdings fand ich das nicht weiter schlimm. Denn welcher (neuartige) Vampirfilm hat schon eine wahnsinnig tolle ansprechende Geschichte - "So finster die Nacht" mal ausgenommen?

Verfasst: Fr 12. Aug 2011, 12:39
von Damien3
Tja...aber aus den Zutaten z.B. die Geschichte mit den "tollen Augen" von Herfurth oder die 200 jährige Geschichte von Nina Hoss hätte man echt besser würzen können.
Das war zu oberflächlich angerissen.
Und ich bin ja nun wahrlich kein Freund von extremen ausufernden Geschichten...aber ich fand als massetauglichen Vampirfilm tatsächlich "Blade" Teil1 besser.
Da war das Universum besser abgesteckt...schlüssiger und die Regeln klarer aufgestellt.