Volands Nosferatu: Analyse zweier Außenseiter
Verfasst: Sa 23. Jul 2005, 15:22
Nosferatu, das ist sowohl "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" von dem deutschen Melancholiker Friedrich Wilhelm Murnau, als auch "Nosferatu: Phantom der Nacht" von dessen Bewunderer Werner Herzog.
Man ist versucht zu behaupten, die beiden Verfilmungen des Dracula-Stoffes würden sich gleichen wie ein Ei dem anderen. In gewisser Weise ist das auch richtig. Jedoch ist gerade bei so einem Zeitunterschied von Grund auf ein Unterschied vorprogrammiert.
Wo Murnau noch die direkten Vernüpfungen zum Roman versagt blieben, hat Herzog in Gedenken an ein Vorbild freiwillig das Exil gewählt. Jedoch stößt er mit der namentlichen Nennung Graf Draculas und anderen Figuren aus dem Roman einige Löcher in die Wand des Exils. Wir können aber schon gleich an diesem ersten Beispiel den gesamten Zusammenhang der beiden Filme erkennen.
Werner Herzog versuchte, einen eigenständigen Film zu schaffen, ohne jedoch die Hommage an Friedrich Wilhelm Murnau und seinen "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" aus den Augen zu verlieren. So gelangt er immer zurück zur Froschperspektive, oder den übernommenen bekanntesten Szenen aus dem Original.
Zu Beginn von "Nosferatu: Phantom der Nacht" ist man ein wenig überrumpelt. Auch später noch, bei Szenen mit Isabelle Adjani, fühlt man zu sehr die filmische Vorlage. Eine Anpassung an die Neuzeit des Films ist zwar vollzogen worden, aber gerade wo Herzog die Szenen aus dem Original übernommen hat kommt es zu Komplikationen. Die stummen, ruppigen Bilder von Murnau sind für die damalige Zeit und Technik gemacht - Herzog jedoch dreht das alles mit heutiger Technik. Das erkennt man leider stark und so war es wohl ein Fehler, die Szenen zu übernehmen.
Bruno Ganz, der ja die meiste Zeit die Hauptperson im Bild ist, spielt nicht so extrem in Richtung Stummfilm. Isabelle Adjani jedoch hat zu viele Charakterzüge ihres Stummfilmpendants studiert, sodass vor allem ihre Auftritte Fehl am Platz wirkten. Ihr Mimik, auch die Gestik sind hervorragend. Darüber braucht man nicht streiten. Bloß tut sie den Mund auf, so ist alles verloren. Der Zauber des Stummfilms ist vorbei.
Max Schreck war für mich immer ein grauenerregender Darsteller. Perfekt für diese Rolle, das war er. Leider ist er im Original die einzig herausragende Person. Bei Herzog sieht die Sache anders aus, da hier auch das junge Paar mit ausgezeichneten Darstellern besetzt ist. Jedoch ist auch hier der Graf die unbezwingbare Gallionsfigur des Films. Klaus Kinski als Graf Dracula und Max Schreck als Graf Orlock. Das sind wohl die zwei schrecklichsten Vampire der gesamten Filmgeschichte. Womit will da ein Anthony Hopkins aus "Bram Stoker's Dracula" dagegenhalten?
Klaus Kinski, dieser Wahnsinnige, er ist einfach zum Fürchten. Man wird das Gefühl nicht los, dass Bruno Ganz' Furcht nicht gespielt ist.
Wo Murnaus Film noch auf die wesentlichen Dinge reduziert wurde, hat Herzog seinen Film ausgebaut und umfangreicher gestaltet. Er hat deutlich mehr auf Details gesetzt, die bei Murnau als unwesentlich angesehen wurde. Und dennoch haben beide Recht. Sowohl "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens", wie auch "Nosferatu: Phantom der Nacht" sind überraschend kurzweilig.
Meist spreche ich mich gegen reine Kopien von Klassikern aus. Hier jedoch bin ich der Meinung, dass Herzog nur eine augenscheinliche Kopie geschaffen hat. Meine Begeisterung hält sich aber dennoch in Grenzen, ganz im Gegenteil zu "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens".
Man ist versucht zu behaupten, die beiden Verfilmungen des Dracula-Stoffes würden sich gleichen wie ein Ei dem anderen. In gewisser Weise ist das auch richtig. Jedoch ist gerade bei so einem Zeitunterschied von Grund auf ein Unterschied vorprogrammiert.
Wo Murnau noch die direkten Vernüpfungen zum Roman versagt blieben, hat Herzog in Gedenken an ein Vorbild freiwillig das Exil gewählt. Jedoch stößt er mit der namentlichen Nennung Graf Draculas und anderen Figuren aus dem Roman einige Löcher in die Wand des Exils. Wir können aber schon gleich an diesem ersten Beispiel den gesamten Zusammenhang der beiden Filme erkennen.
Werner Herzog versuchte, einen eigenständigen Film zu schaffen, ohne jedoch die Hommage an Friedrich Wilhelm Murnau und seinen "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" aus den Augen zu verlieren. So gelangt er immer zurück zur Froschperspektive, oder den übernommenen bekanntesten Szenen aus dem Original.
Zu Beginn von "Nosferatu: Phantom der Nacht" ist man ein wenig überrumpelt. Auch später noch, bei Szenen mit Isabelle Adjani, fühlt man zu sehr die filmische Vorlage. Eine Anpassung an die Neuzeit des Films ist zwar vollzogen worden, aber gerade wo Herzog die Szenen aus dem Original übernommen hat kommt es zu Komplikationen. Die stummen, ruppigen Bilder von Murnau sind für die damalige Zeit und Technik gemacht - Herzog jedoch dreht das alles mit heutiger Technik. Das erkennt man leider stark und so war es wohl ein Fehler, die Szenen zu übernehmen.
Bruno Ganz, der ja die meiste Zeit die Hauptperson im Bild ist, spielt nicht so extrem in Richtung Stummfilm. Isabelle Adjani jedoch hat zu viele Charakterzüge ihres Stummfilmpendants studiert, sodass vor allem ihre Auftritte Fehl am Platz wirkten. Ihr Mimik, auch die Gestik sind hervorragend. Darüber braucht man nicht streiten. Bloß tut sie den Mund auf, so ist alles verloren. Der Zauber des Stummfilms ist vorbei.
Max Schreck war für mich immer ein grauenerregender Darsteller. Perfekt für diese Rolle, das war er. Leider ist er im Original die einzig herausragende Person. Bei Herzog sieht die Sache anders aus, da hier auch das junge Paar mit ausgezeichneten Darstellern besetzt ist. Jedoch ist auch hier der Graf die unbezwingbare Gallionsfigur des Films. Klaus Kinski als Graf Dracula und Max Schreck als Graf Orlock. Das sind wohl die zwei schrecklichsten Vampire der gesamten Filmgeschichte. Womit will da ein Anthony Hopkins aus "Bram Stoker's Dracula" dagegenhalten?
Klaus Kinski, dieser Wahnsinnige, er ist einfach zum Fürchten. Man wird das Gefühl nicht los, dass Bruno Ganz' Furcht nicht gespielt ist.
Wo Murnaus Film noch auf die wesentlichen Dinge reduziert wurde, hat Herzog seinen Film ausgebaut und umfangreicher gestaltet. Er hat deutlich mehr auf Details gesetzt, die bei Murnau als unwesentlich angesehen wurde. Und dennoch haben beide Recht. Sowohl "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens", wie auch "Nosferatu: Phantom der Nacht" sind überraschend kurzweilig.
Meist spreche ich mich gegen reine Kopien von Klassikern aus. Hier jedoch bin ich der Meinung, dass Herzog nur eine augenscheinliche Kopie geschaffen hat. Meine Begeisterung hält sich aber dennoch in Grenzen, ganz im Gegenteil zu "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens".