C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

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Detlef P.
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C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

Beitrag von Detlef P. »

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F, 2008
Regie: Rémi Bezançon
Darsteller: Jacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François, Marc-André Grondin, Pio Marmaï

"Französische Filme schaffen es immer wieder, das ganz normale Leben mit all seinen Höhen und Tiefen so darzustellen, als sei es das größte Glück auf Erden. Besonders gut gelingt dies Regisseur Rémi Bezançon ("Love Is in the Air") in seinem zweiten Spielfilm: Über einen Zeitraum von zwölf Jahren zeigt er an fünf ausgewählten Tagen, wie sich das Leben von Robert, Marie-Jeanne und ihren drei Kindern verändert. An jedem dieser Tage steht ein anderes Familienmitglied im Mittelpunkt der Handlung, und jede dieser Episoden wurde in einem anderen Stil gefilmt.

Die Geschichte beginnt im August 1988. Albert, der Älteste, verlässt sein Elternhaus und zieht in eine kleine Dachkammer über der Wohnung seines Großvaters. Um die wachsende Distanz zu seiner Familie zu betonen, wurde diese Episode mit einem Weitwinkelobjektiv gedreht. Und wenn die 16-jährige Fleur fünf Jahre später ihre Unschuld an einen jungen Rocksänger verliert, dann werden die widerstreitenden Emotionen dieses Tages von einer Handkamera eingefangen.

"C'est la vie", der im Original den treffenden Titel "Der erste Tag vom Rest deines Lebens" trägt, ist eine ebenso bewegende wie unterhalsame Betrachtung darüber, wie wichtig es ist, eine Familie zu haben, auch wenn wir immer wieder versuchen, uns von ihr zu befreien. Eltern werden den Film ohnehin lieben, erinnert er sie doch daran, wie wundervoll es ist, Kinder zu haben." (http://www.cinema.de)

Etwas so wundervolles wie bei diesem Film habe ich selten erlebt.
Wie oft wünscht man sich nicht bei einem Film den Charakteren ganz nah sein zu können und wie oft hatte man nicht schon das Gefühl, dass die Charaktere doch recht eindimensional wirkten.
Ich finde es ist heutzutage beinahe eine Kunst Charaktere in einem Film so darstellen zu können, dass der Zuschauer sie ein Stück weit begleiten kann und dass die Charaktere natürlich auch den Zuschauer ein Stück weit begleiten können. Wenn möglich über den Film hinaus.
"C'est la vie" gelingt hier eigentlich das absolut Unfassbare. Denn der Film zeigt fünf bestimmte und sorgfältig ausgewählte Tage aus dem Familienleben einer normalen französischen Familie. man sieht die Kinder wachsen, die Eltern älter werden. Beziehungen entstehen, andere zerbrechen. Trotzdem hat man immer ein wohliges Gefühl beim Betrachten dieses Films, und das von der ersten Minute an.
Man begleitet die Charaktere nicht nur, sondern man hat das Gefühl in ihr Leben einzutauchen. Und wenn der Film schließlich zu Ende geht - auch wenn man sich beinahe wünscht das würde niemals passieren - hat man das Gefühl diese eine Familie ein ganzes Leben lang duch ihre Höhen und Tiefen begleitet zu haben. Ich dachte eigentlich immer, dass man so eine Intensität lediglich durch eine Serie zustande bringen könnte, da man dort die Figuren wirklich über Jahre hinweg begleitet. Aber hier schafft man es wirklich in weniger als zwei Stunden.
Brilliante Schauspieler, Humor der zauberhaftesten französischen Leichtigkeit und einmalig geniale visuelle Szenenumsetzungen heben diesen Film endgültig von allen anderen Familientragikomödien ab.
Besonders eine ganz hervorragende Szene ist mir im Gedächtnis geblieben. Wie Fleur, das jüngste Kind der Familie ihre Unschuld verliert.
Bevor sie das Zimmer betritt indem es passieren wird dreht sie sich nochmal um und sieht sich selbst als kleines Mädchen vor sich stehen.
Dann betritt sie das Zimmer und schließt die Tür. Die kleine Fleur steht nun vor der verschlossenen Tür als unter dem Türspalt ein kleines bisschen Blut herausfließt.
Eine dermaßen geniale visuelle Umsetzung von der Abschiednahme der Kindheit habe ich selten irgendwo gesehen.
Ein einmaliger Film, den ich für immer in mein Herz geschlossen habe.


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